Getty vs. Stability – Bildrechte und GenAI

Die Klage von Getty Images gegen Stability AI war ein richtungsweisendes Verfahren, das die steigenden Konflikte zwischen KI-generierten Inhalten und dem Urheberrecht thematisiert hat. Getty Images warf Stability AI vor, ohne Erlaubnis Millionen von Bildern aus ihrem Bestand für das Training des KI-Modells Stable Diffusion verwendet zu haben.
Diese Modelle, die auf „Bild-Scraping“ setzen, griffen demnach auf große Datenmengen zurück, um die KI darauf zu trainieren, visuell überzeugende Ergebnisse zu erzeugen. Das maschinelle Lernen in der Bild-KI basiert darauf, Muster, Stile und Inhalte aus bestehenden Bildern zu analysieren, was – so Getty – eine Verletzung des Urheberrechts darstellt, wenn die Nutzung ohne Lizenz geschieht.
Getty vs. Stability zeigt die Problematik der Bildrechte bei generativer KI
Generative KI-Modelle wie Stable Diffusion benötigen Milliarden von Bild-Text-Paaren, um Muster zu erkennen und auf Basis von Prompts neue Bildinhalte zu erzeugen. Stability AI greift für die Schulung auf frei verfügbare Bilder im Internet zurück, was in der Praxis aber eine rechtliche Grauzone darstellt.
Ohne explizite Einwilligung der Urheberinnen und Urheber kann dies als Bildrechtsverletzung interpretiert werden, insbesondere wenn kommerzielle Interessen hinter der Verwendung stehen. Diese Vorgehensweise bringt zahlreiche Fragen nach den Rechten der Bildschöpfer und der Fairness in der Verwendung solcher Inhalte auf.
Getty Images sah seine Geschäftsgrundlage gefährdet
Getty Images, eine der größten Bilddatenbanken weltweit, argumentierte, dass Stability AI Bilder aus ihrem Bestand ohne Lizenz genutzt habe. Da Getty Images seine Bilder normalerweise lizenziert, sah das Unternehmen seine Geschäftsgrundlage gefährdet und verweist auf den Verlust potenzieller Einnahmen durch die unlizenzierte Nutzung.
Stability AI versuchte, die Klage im Schnellverfahren abweisen zu lassen, mit dem Argument, dass die Ansprüche nicht begründet seien. Der Versuch scheiterte jedoch, und der Rechtsstreit war bis Herbst 2024 noch nicht entschieden.

Die Auswirkungen auf die Branche
Sollte im Fall Getty vs. Stability AI die Bildagentur Erfolg haben, könnte dies gravierende Konsequenzen für die KI-Industrie haben. Trainingsdaten müssten möglicherweise lizenziert werden, was den Aufbau neuer Modelle kostspieliger und aufwendiger macht. Für Marketing- und Kommunikationsprofis ergibt sich daraus die Frage, wie Bildmaterial in ihren eigenen KI-Projekten rechtlich korrekt genutzt werden kann.
Sollten Sie an der Stelle auf den Hinweis zum AI Act warten, der dies alles regelt: Leider nein, denn hier handelt es sich zunächst um Urheber- und Nutzungsrechte – und die betrachtet das KI-Gesetz der Europäischen Union nur am Rande.
Der Fall Getty vs. Stability AI verdeutlicht die Notwendigkeit einer umfassenden Auseinandersetzung mit Bildrechten im Kontext von generativer KI und könnte als Präzedenzfall dienen, der den rechtlichen Umgang mit KI-generierten Inhalten künftig maßgeblich prägt.
Hinweis: Dieser Text basiert auf gründlichen Recherchen und Gesprächen mit Expert:innen, ist aber keine belastbare juristische Bewertung. Wir übernehmen keine Haftung für eventuelle Fehleinschätzungen. Beachten Sie zudem, dass es sich hier um einen laufenden Rechtsstreit handelt.