Eine Begegnung mit dem ChatGPT-Erfinder

Da stand er nun, der Mann, der gerade die Welt im Begriff ist zu verändern.

Es war faszinierend, live Zeuge von Sam Altman, dem CEO von OpenAI, an der Technischen Universität München zu sein. Der Schöpfer hinter ChatGPT, der bahnbrechendsten KI-Technologie der Gegenwart, befand sich im Juni 2023 auf einer Tour durch Europa. Vor einem Publikum von 1.100 Gästen und Studierenden ließ er sich im Audimax von TUM-Präsident Thomas Hofmann interviewen.

Wir waren dabei, und es war bemerkenswert, wie Altman sich darum bemühte, eine positive Stimmung in Bezug auf KI zu verbreiten – und das in Kenntnis der Tatsache, dass hier in Deutschland besonders kritische Stimmen hinsichtlich Datenschutz, Nutzungsrechte und Ängsten um Arbeitsplätze laut werden.

Keine Furcht vor Künstlicher Intelligenz, lautete Altmans Botschaft

Keine Furcht vor Künstlicher Intelligenz, lautete seine Botschaft: KI würde sogar in großem Umfang qualitativ hochwertige Arbeitsplätze schaffen, da ein erheblicher Bedarf an klugen Köpfen bestünde, die diese Werkzeuge steuern könnten, so Altman. In Bezug auf Freundlichkeit und politische Korrektheit könnten sich andere Tech-CEOs von ihm durchaus eine Scheibe abschneiden (Hallo, Elon und Mark!).

Noch spannender waren Altman’s Ausblicke auf die Zukunft von ChatGPT: Er stellte klar, dass vorerst keine Open-Source-Version geplant sei – diesbezügliche Wünsche wurden zwar laut, sind jedoch angesichts des Einstiegs von Microsoft bei OpenAI nicht mehr realistisch.

Mich hat überrascht, wie zurückhaltend der 38-Jährige hinsichtlich des weiteren Innovationsfortschritts im Bereich KI ist. Sein erster Grund klang plausibel: Die vorhandenen Computer seien für eine echte Echtzeit-KI noch nicht leistungsstark genug. Tatsächlich dürften wir die notwendige Rechenleistung wohl erst erhalten, wenn Quantencomputing für den Massenmarkt zugänglich wird.

Warum KI in Kommunikation und Marketing so rapide Fortschritte macht

Der zweite Grund mutete eher kurios an: Es mangele an Daten, die Large Language Models analysieren könnten. Ein Mangel an „Daten“, wo wir doch ständig das Gefühl haben, Unmengen an Daten zu produzieren und preiszugeben? Tatsächlich sind die meisten Daten – sei es Bewegungsdaten, Verhaltensweisen, Sprache oder gedruckte Inhalte – entweder nicht computerfreundlich strukturiert oder dürfen aus guten Gründen (zum Glück!) nicht erfasst werden.

Das erklärt allerdings auch, warum KI im Bereich Kommunikation und Marketing derzeit so rapide Fortschritte macht: Die Daten, mit denen wir arbeiten, sind sehr wohl strukturiert und verfügbar.

Der letzte interessante Punkt seines Auftritts: Wie Altman selbst ChatGPT sieht. „Es handelt sich nicht um eine Tatsachen oder Suchmaschine, sondern um eine Denkmaschine.“ Alles richtig, nur bleibt die Frage offen, wie rasch diese „Argumentationsmaschinen“ die Suchmaschinen ablösen werden…

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