Eine weiße Skulptur in Form eines erhobenen Daumens, in deren linker unterer Seite teilweise ein schaltkreisähnliches, technisches Muster integriert ist, vor einem blaugrünen Hintergrund.

Schatten-KI stoppen!

Die Hälfte aller Beschäftigten nutzt nicht-freigegebene KI-Tools am Arbeitsplatz – oft wandern dabei sensible Firmendaten ungeschützt ins Netz. Doch wie skaliert man KI sicher? Unser Geschäftsführer Timm Rotter zeigt im Gastbeitrag beim Branchenmagazin für die Verkehrsbranche, „Der Rote Renner“, warum individuelles Wurschteln grob fahrlässig ist und wie produktive KI-Infrastruktur stattdessen aussieht. Hier Paywall-frei zum Nachlesen – denn die Tipps gelten für fast alle Branchen:

Inhaltsverzeichnis

Haben Sie bei einer ChatGPT-Antwort schon einmal auf den Daumen nach oben geklickt? Herzlichen Glückwunsch zur freiwilligen Datenspende. Was kaum jemand weiß: Dieser kurze Klick hebelt Ihre Privatsphäre-Einstellungen aus. Auch wenn Sie eingestellt haben, dass Sie die KI nicht mit Ihren Daten trainieren wollen, nutzt OpenAI dieses Feedback zur Optimierung seiner Sprachmodelle. Wir klicken bei KI eben oft schneller, als wir denken.

Dieses unbedachte Verhalten im Kleinen spiegelt das riesige Kontrolldefizit in deutschen Unternehmen im Großen: die unregulierte „Schatten-KI“.

Bereits jeder zweite Beschäftigte in Deutschland nutzt heimlich KI-Tools am Arbeitsplatz, zeigen Studien – ohne Wissen oder Genehmigung des Unternehmens. Schatten-KI entsteht dabei fast nie aus böser Absicht, sondern aus dem nachvollziehbaren Wunsch der Belegschaft, effizienter zu arbeiten. 

Wo offizielle Werkzeuge fehlen, holt man sie sich eben selbst. Die wenigsten Firmen tun aktiv etwas dagegen: Eine offizielle KI-Tool-Governance hat – selbst drei Jahre nach dem Start von ChatGPT – erst jedes vierte Unternehmen hierzulande.

60 Prozent der Mitarbeiter verraten der KI Firmengeheimnisse

Ich war neulich bei einem mittelständischen Kunden. Dort nutzten 16 Kolleg:innen im Marketing fünf verschiedene Chatbots über private Accounts. Offiziell eingeführt war kein einziger Bot. 

Sicherheitsanalysen zeigen bitterböse Zahlen: Sechs von zehn Mitarbeitenden, die private KI-Accounts im Job nutzen, kopieren sensibles Unternehmenswissen, Kundendaten oder proprietäre Prozessdaten direkt in die Prompts. Ihr internes Wissen wandert so ungeschützt in die Cloud, meist also in US-Rechenzentren. Der GAU im Browser-Tab.

Schatten-KI ist aber nicht nur ein Risiko in puncto Datenschutz – sie bremst auch die Potenziale der neuen Technologien aus: Statt KI als produktives, digitales Teammitglied mit umfassendem Unternehmenswissen, kollaborativen Agenten und geteilten Prompt-Bibliotheken zu nutzen und aus den eigenen Daten zu lernen, bastelt jeder isoliert vor sich hin.

Wie man mit KI eine komplette Vollzeitstelle freischaufelt

Wer seinen Teams kein sicheres, zentrales KI-Basissystem hinstellt, zwingt sie in die Schatten-KI und verhindert Skalierung – Skalierung, die der Wettbewerber womöglich längst schafft.

Denn wie schnell dies in der Praxis gelingt, wenn man KI in die richtigen Prozesse hineinbringt, zeigt das Beispiel eines mittelständischen Unternehmens: Wir haben dort eine KI-Lösung eingeführt, die den Vertrieb bei der Preisermittlung für eine bestimmte Art von Bestellungen unterstützt, die Hunderte Male pro Woche eingehen.

Das Tool übernimmt inzwischen Aufgaben, für die das Team früher über 40 Stunden gebraucht hätte. In weniger als zwei Monaten haben wir so Kapazitäten im Äquivalent einer kompletten virtuellen Vollzeitstelle freigeschaufelt. Für mich ein Best Case dafür, was möglich ist, wenn man die richtigen Prozesse angeht, die KI direkt mit der Basis-Software des Unternehmens verbindet und sie für alle nutzbar macht.

Hinweis
Bei Google sehen Sie neben den Suchergebnissen oft aktuelle News-Boxen. Wenn Sie disruptive als bevorzugte Quelle hinterlegen, bekommen Sie dort häufiger unabhängige und fundierte KI-Updates von uns angezeigt. Hier disruptive als bevorzugte Quelle hinzufügen. 

Schatten-KI zuzulassen, ist grob fahrlässig

Die erste Stufe der KI-Revolution, das fröhliche Testen und Experimentieren, ist vorbei. Unternehmen, die die neuen Technologien wirtschaftlich erfolgreich einsetzen wollen, müssen den nächsten Schritt machen: weg von der individuellen Chat-Nutzung, hin zu individuell zugeschnittenen und für alle nutzbaren KI-Lösungen, die mit den CRM- oder Warenwirtschaftssystemen verzahnt sind. 

Die Anwendungsfälle in der Verkehrsbranche sind dabei riesig – von der automatisierten Sortierung und Beantwortung von Kunden-E-Mails bis zur sprachbasierten Datenerfassung in der Fahrtenprüfung. Jetzt beginnt die Phase der produktiven KI-Infrastruktur. 

Die Führungskraft, die in ihren Teams oder Bereichen heute noch Schatten-KI und individuelles Wurschteln zulässt, agiert zumindest einmal grob fahrlässig. Erst recht nach Lektüre dieser Zeilen. 

Mehr KI-
Updates
gefällig?

In unserem monatlichen Newsletter erhalten Sie ausgesuchte Infos und Einordnungen zu AI, Agents und Automatisierung. Zudem gibt es regelmäßig Einladungen zu kostenlosen KI-Webinaren.

Nach oben scrollen