
Aktualisiert am 01.09.2026
ChatGPT Ads starten in Deutschland: Was CMOs und Marketeers jetzt tun sollten
Update vom 01. September: Der für Mittelständler wichtigste Baustein, die Self-Service-Plattform, ist nun verfügbar. Unternehmen können eigene Kampagnen ab jetzt direkt über ads.openai.com buchen.
Update vom 25. August: Die neue EU-Datenschutzrichtlinie von OpenAI, die zur Ankündigung der Anzeigen noch fehlte (siehe das Kapitel zu Datenschutz unten), ist inzwischen online. Dort wird der Umgang mit Ads thematisiert.
Update vom 19. August:
Wir hatten prognostiziert, dass deutsche Werbetreibende frühestens zum Jahresende in ChatGPT buchen können. Das stimmt nur zur Hälfte.
OpenAI hat gerade bekannt gegeben, die Buy-Side schon am Montag, 24. August, in 31 europäischen Märkten zu öffnen – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Jedoch führt der Weg bis Ende August nur über sechs Großagenturen – Publicis, WPP, Omnicom, MediaPlus, Havas und dentsu.
Haben Sie auch Post von OpenAI bekommen?
Dann gehören Sie zu den Millionen europäischer ChatGPT-Nutzer und -Nutzerinnen, die am Wochenende die gleiche E-Mail im Postfach hatten. Betreff „Updates to OpenAI’s Privacy Policy“. Der Inhalt in aller Kürze: Ab dem 24. August erscheinen Anzeigen in ChatGPT auch in Deutschland. Und seit dieser Woche wissen wir: Werbetreibende können vom selben Tag an buchen.
Dass Werbung kommt, war seit Januar bekannt. Interessant ist der Moment, in dem die Ankündigung konkret wird, und die Frage, die daraus für Unternehmen folgt: Was damit tun? Bzw. sind es eigentlich drei zentrale Fragen. Kann ich dort werben? Lohnt sich das? Und wie steht es um ChatGPT Ads und Datenschutz?
Aber der Reihe nach.
Inhaltsverzeichnis
Was genau hat OpenAI zu ChatGPT Ads in Deutschland angekündigt?
Die Auswahl der Anzeigen ist zum Start rein kontextuell. Das heißt, OpenAI nutzt das Thema der laufenden Unterhaltung, den ungefähren Standort und den Gerätetyp und spielt dazu passende Werbung ein. Frühere Chats und Erinnerungen bleiben beim Targeting außen vor. Personalisierte Werbung soll später kommen, und zwar erst nach Opt-in-Abfrage.
Diese Reihenfolge ist kein Höflichkeitsakt. Kontextuelle Auswahl aus einem laufenden Gespräch und Profilbildung aus Chat-Historien sind datenschutzrechtlich unterschiedliche Kaliber. Die strenge Datenschutzpolitik der EU ist also durchaus wirksam: In den USA war Personalisierung von Anfang an aktiv, und zwar nur mit Opt-out.
Wer im kostenlosen Tarif bleiben und trotzdem keine Werbung sehen will, muss selbständig sein ChatGPT runterregeln. Bilderstellung und Deep Research sind dann gar nicht verfügbar – zudem wird die Nutzung limitiert. Wie stark, das sagt OpenAI nicht. In einem Test aus den USA schwankte der Wert stark: Einmal kam nach knapp 40 Nachrichten eine Warnung, in einem anderen auch nach über 60 noch gar keine.
Erste Einschätzung: Das Risiko, mitten im Thread nicht weiterarbeiten zu können, ist größer als der Nervfaktor von KI-Ads. Daher die Ads lieber aktiviert lassen. Wer sie trotzdem ausschalten will, geht über sein Profil-Icon > Einstellungen > Ads controls > Change plan > Reduce message limits.

Sollte „Ad controls“ bei Ihnen noch nicht zu sehen sein, haben Sie etwas Geduld. Die Funktion wird sukzessive ausgerollt, wie bei OpenAI üblich.
Warum führt OpenAI überhaupt Werbung ein?
Als offizielle Begründung schreibt OpenAI: Die kostenlosen Tarife kosteten viel Rechenleistung, und Werbung finanziere breiteren Zugang.
Das ist nicht falsch, aber unvollständig. Der Werbepilot startete am 9. Februar dieses Jahres in den USA. Sechs Wochen später bestätigte ein OpenAI-Sprecher über 100 Millionen Dollar Werbeumsatz annualisiert und mehr als 600 Werbetreibende. Der Europastart fällt nun ziemlich genau auf das halbjährige Bestehen des Geschäfts, und OpenAI spricht inzwischen von Zehntausenden Werbetreibenden.
Wohin die Reise geht, zeigen die Planzahlen, die OpenAI Investoren genannt hat: 2,5 Milliarden Dollar Werbeumsatz in 2026, 100 Milliarden bis 2030. Zum Vergleich: Google hat im vergangenen Jahr rund 294 Milliarden Dollar mit Werbung umgesetzt, Meta 196 Milliarden.
CEO Sam Altman baut sich hier also keine nette, kleine Nebeneinnahme auf, um die Community fair versorgen zu können: Der Druck dahinter ist vielmehr erheblich. Bis 2030 könnte die Firma weit über 200 Milliarden Dollar allein für Rechenzentren, Cloud und Infrastruktur benötigen.
In einem Post auf X (ehemals Twitter) schrieb Altman im November 2025 sogar von 1,4 Billionen Dollar, die die Firma in den kommenden acht Jahren in den Aufbau der KI-Infrastruktur investieren werde. Werbung ist daher keine Option, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Das Tempo passt dazu, denn es ist hoch: Der Self-Service Ads Manager öffnete im Mai für US-Unternehmen, Custom Audiences starteten wenig später. Zuletzt folgte der Launch eines Karussellformats mit mehreren Produkten – Erinnerungen an LinkedIn- und Insta-Ads werden wach. Die Aufzählung lässt sich fortsetzen, wer aber mehr Details wissen will, dem sei die detaillierte Timeline von Adscriptly empfohlen.
Hinweis
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Wer sieht die Anzeigen und wer nicht?
„Werbeberechtigt” sind Accounts von ChatGPT-Free- oder Go-Usern, wenn nicht einer der folgenden Ausschlüsse gilt.
- Konten, die OpenAI als unter 18 einstuft. Die Altersschätzung stützt sich laut Hilfe-Center auf angegebenes Alter, Kontoalter, Nutzungszeiten und -muster und diskutierte Themen.
- Temporäre Chats, also der private Modus, vergleichbar mit dem Inkognito-Modus im Browser.
- Threads zu sensiblen Themen wie Gesundheit oder Politik – zumindest für die Testphase schließt OpenAI diese aus.
Dazu kommt die Auslieferungsquote, das haben erste Zahlen aus den USA gezeigt: Rund 85 Prozent der US-Nutzer auf Free und Go sind grundsätzlich werbeberechtigt, aber weniger als 20 Prozent bekamen tatsächlich täglich eine Anzeige zu sehen. Warum: weil OpenAI offenbar die Ausspielung der Ads bewusst langsam angeht.
Wenn Sie also Reichweite modellieren, ist die adressierbare Basis deutlich schmaler als die Schlagzeile von einer Milliarde aktiver Nutzer. Dafür ist sie kommerziell dichter: Laut OpenAI hat rund jedes fünfte Gespräch eine eindeutige kommerzielle Absicht. Das ist eine Anbieterzahl ohne unabhängige Prüfung, aber sie beschreibt genau den Grund, warum dieser Kanal für Werbung überhaupt interessant ist.
Wie sehen die Anzeigen aus?
Die Anzeige steht unter der fertigen Antwort im Thread, ist als „Sponsored“ oder „Ad“ gekennzeichnet und optisch leicht abgesetzt. Hier ein englischsprachiges Beispiel:

Das Format ist knapp: Überschrift bis 50, Beschreibung bis 100 Zeichen, ein quadratisches Bild. Daneben gibt es Produktanzeigen, seit Ende Juli mit Preis und Sternebewertung, und seit August das erwähnte Karussell.
Ein Detail wird gern überlesen und ist strategisch das interessanteste am ganzen Format: Jede Anzeige hat ein Drei-Punkte-Menü mit den Optionen Ausblenden, Melden, Infos zur Anzeige und „Ask ChatGPT“. Letzteres schiebt genau dieses Werbemittel in die Unterhaltung zurück, sodass der Nutzer mit dem Modell darüber sprechen kann: Werbung wird zum Gesprächsgegenstand. Das gibt es in keinem anderen Kanal.
Parallel testet OpenAI KI-generierte Überschriften oberhalb der Anzeige. Das Mehrwertversprechen: besserer Kontext und eine auf den User zugeschnittene Sprache. Der Nachteil: Werbetreibende verlieren Kontrolle über die eigene Formulierung. Nebenbei berührt das den AI Act, dessen Transparenzpflichten seit dem 2. August gelten — hier müsste also eine Kennzeichnung als KI-generiert erfolgen.
Was unterscheidet ChatGPT Ads von sonstigen Online-Ads?
Drei Dinge, und alle haben Konsequenzen für Ihr Setup.
- Es gibt im Ads Manager bisher keine Keywords, noch nicht einmal zur Demografie. Steuern können Sie über Geografie, eigene Kundendaten und ein Freitextfeld auf Anzeigengruppenebene, die sogenannten Context Hints. Dort beschreiben Sie in natürlicher Sprache, in welchen Gesprächssituationen Ihr Angebot passt. OpenAI sagt ausdrücklich, dass das keine präzisen Targeting-Regeln sind, sondern nur Hinweise für das Matching. Die US-Agentur StubGroup hat dazu in einem Praxisbericht zwei Anzeigengruppen mit identischem Werbemittel gegeneinander laufen lassen: eine mit klassischen Keywords, eine mit ausformulierten Nutzerfragen. Die Keyword-Gruppe lieferte deutlich häufiger aus, bei etwas höherer CTR und niedrigerem CPC. Ein einzelner Test einer einzelnen Agentur – das Targeting ist bisher nur ein Testfeld.
- Es gibt kaum Reporting. Sie sehen Impressionen, Klicks, Kosten, CTR, CPC, CPM und Conversions. Sie sehen nicht, welche Gespräche oder Themen Ihre Anzeige ausgelöst haben. Segmentieren lässt sich nur nach Land, obwohl Sie feiner targeten können. Wer regional testen will, braucht getrennte Kampagnen.
- Brand Safety wird Vertrauenssache – oder, kritischer formuliert – Glücksspiel. Sie können nicht sicherstellen, neben welchem Gesprächsinhalt Ihre Marke steht. Anderswo lassen sich unliebsame Themen blacklisten – ChatGPT sieht das noch nicht vor.
Die Auktion selbst ist vertraut: eine relevanzgewichtete Zweitpreisauktion, ähnlich dem Ad Rank bei Google. Es entscheidet also nicht ausschließlich das höchste Gebot, sondern auch die erwartete Relevanz beziehungsweise der Nutzen der Anzeige.
Warum könnten diese Anzeigen besonders wirksam sein?
Zwei Gründe:
- Weil viele von uns KI-Chats ein sehr großes Vertrauen entgegenbringen, u.a., da die Bots wie „Chatty“ ja so menschlich sind.
- Weil die Anzeigen die Nutzer in einem sehr passenden Moment erreichen. Wer bei Google „Dachdämmung Kosten“ tippt, gibt drei Wörter preis. Wer ChatGPT fragt, beschreibt das Haus, das Baujahr, das Budget, die Bedenken des Ehepartners usw. Die Anzeige erscheint, wenn wir schon recht tief im Thema sind. Der nächste Schritt – bzw. Klick – ist dann nicht mehr weit.
Aber auch hier gilt: Es fehlen noch Erfahrungswerte. Daher sind wir alle hier noch sehr im Konjunktiv unterwegs.
Wie gut schneiden ChatGPT Ads im Vergleich zu Google Ads ab?
Da das Format sehr neu ist, gibt es bisher wenig Zahlen – und wenn, dann aus den USA: Dort hat die Werbeagentur StubGroup rund 1.500 Nutzer auf derselben Website verglichen, die einmal über SEA und einmal über ChatGPT Ads kamen. Ergebnis: Verweildauer 41 Sekunden bei Google-Traffic gegenüber 17, Conversion-Rate 3,7 Prozent (Google) gegenüber 0,2 Prozent. Das hieße, es gab kaum messbare Geschäftsergebnisse aus ChatGPT-Anzeigen, und deckt sich mit Informationen des Fachmediums eMarketer in den USA.
OpenAI selbst verbreitet hingegen erwartbar bessere Zahlen: etwa, dass die Rate, mit der Nutzer Anzeigen wegklicken, seit Februar um mehr als die Hälfte gefallen sei. Zum Europastart legt das Unternehmen nach: Die durchschnittlichen Kosten pro Kauf seien in den vergangenen sechs Wochen um rund 60 Prozent gesunken, die Kosten pro tausend Impressionen um rund 20 Prozent.
Auch Microsoft berichtete für frühe Tests mit Ads in Copilot von 73 Prozent höheren Klickraten gegenüber klassischer Suche.
Allerdings sind dies Zahlen von Anbietern, unabhängig geprüft ist keine davon.
Egal, welcher Seite man eher traut: Mit Blick auf den deutschen Markt ist es schlichtweg noch zu früh, um die Eignung von ChatGPT Ads zu bewerten:
- Die Formate werden sicherlich noch ausgereifter
- Das Targeting steht noch völlig am Anfang und wird – Social Media hat es gezeigt – noch massiv verbessert
- Und vor allem: KI-Ads werden an Akzeptanz gewinnen.
Prognose: In zwölf Monaten gehören ChatGPT Ads zumindest für passende Branchen (siehe unten) zum State-of-the-Art-Marketingmix. Bis dahin entscheidet allerdings eine Frage darüber, ob Sie überhaupt mitspielen können:
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Kann ich als deutsche Firma jetzt ChatGPT Ads schalten?
Ja, seit dem 1. September steht der Self-Serve-Ads-Manager allen offen. Anzeigen lassen sich jetzt direkt selbst anlegen und schalten – ohne mit einer von sechs Großagenturen zu arbeiten.
Am 24. August startete OpenAI in Europa zunächst über ein exklusives Nadelöhr: Buchbar war der Kanal zunächst ausschließlich über die Agenturpartner Publicis, WPP, Omnicom, MediaPlus, Havas und dentsu.
Seit dem 1. September ist nun auch die Self-Service-Plattform in Deutschland freigeschaltet. Damit fällt die Agenturpflicht, und der Kanal steht auch Mittelständlern, Selbstständigen und Performance-Marketern direkt zur Verfügung.
Damit gibt es für deutsche Unternehmen ab sofort drei Wege:
- Self-Serve über ads.openai.com – direkt nutzbar für eigene Kampagnen und Budgets
- über einen der sechs genannten Agenturpartner
- über Ad-Tech-Partner wie Criteo oder StackAdapt, über die OpenAI in bisherigen Märkten ebenfalls Zugang eröffnet hat
Dass es so schnell ging, war im Rückblick angelegt: OpenAI schreibt seit Juli Stellen für das eigene Anzeigengeschäft in Paris, Dublin und München aus, Deutschland ist nach Unternehmensangaben der größte europäische ChatGPT-Markt nach zahlenden Abonnenten, und Sam Altman hat gerade ein zweites deutsches Büro in Berlin angekündigt.
Was kostet ChatGPT-Werbung?
Die Einstiegshürde ist in einem halben Jahr zusammengeschmolzen. Im Februar verlangte OpenAI in den USA ein Mindestvolumen von rund 200.000 Dollar. Heute gibt es ein Mindest-Tagesbudget bei 25 Dollar, die Volumenuntergrenze ist weg. Die Situation erinnert an Twitter, wo man anfangs auch nur werben konnte, wenn man sehr große Budgets investierte. Wie damals Twitter wird jedoch auch OpenAI alles dran setzen, möglichst schnell die breite Masse zu erreichen.
Realistische Werte aus laufenden Kampagnen in den USA für CPCs liegen zwischen 2 und 5 Dollar. Unter 3 Dollar Maximalgebot würden Anzeigen womöglich nicht ausgeliefert, schreiben US-Marketing-Blogs. Für CPMs gibt es aus Großbritannien aktuelle Anhaltspunkte von 30 Dollar – übrigens die Hälfte dessen, was anfangs in den USA als Wert kursierte, nämlich 60 Dollar.
OpenAI selbst meldet für die vergangenen sechs Wochen noch einmal rund 20 Prozent niedrigere Tausenderkontaktpreise.
Wichtig für die deutsche Planung: Diese Werte stammen aus dem Self-Service-Geschäft. Weil der Einstieg hier zunächst über besagte Agenturpartner läuft, gelten für Sie deren Konditionen und Mindestvolumina, nicht das 25-Dollar-Tagesbudget. Fragen Sie diese Zahl früh ab, sie entscheidet darüber, ob ein Test überhaupt in Ihr Budget passt.
Was bringen mir ChatGPT Ads konkret?
Für die meisten deutschen Unternehmen im Jahr 2026: noch keinen Umsatz, aber einen Informationsvorsprung, den Sie später nicht mehr aufholen können.
Testen sollten Sie, wenn drei Bedingungen zusammenkommen. Ihre Zielgruppe nutzt ChatGPT in den kostenlosen Tarifen, GEO-Analysen zeigen bereits organischen Traffic aus ChatGPT für Ihre Plattformen, und Ihre Kaufentscheidung hat eine relevante Recherchephase.
Branchen, auf die das zutrifft, sind bspw. B2C-Handel, Reise, Fitness, Heimwerken/DIY, Weiterbildung und komplexe Dienstleistungen – bspw. Versicherungen. Wenn Ihre Käufer dagegen fast alle auf Plus oder Enterprise sitzen, was in Teilen des B2B der Fall ist, erreichen Sie sie hier schlicht nicht.
Das Startdatum steht jetzt fest, die Vorarbeit bleibt dieselbe. Diese vier Dinge kosten fast nichts und zahlen sich auch ohne ChatGPT Ads aus. Wer am 24. August starten will, braucht sie ab dem 24. August:
- Sauberes Conversion-Tracking. Ohne belastbare Messung lässt sich ein neuer Kanal nicht bewerten, und die Plattform selbst liefert kaum Daten. UTM-Parameter an den Zielseiten-URLs sind daher Pflicht, weil sie beim Klick erhalten bleiben und im eigenen Analysetools auswertbar sind.
- Landingpages, die schon für Google Ads konvertieren. Sie sind der beste Startpunkt, weil die Zielseite hier Teil des Targetings ist.
- Eine dokumentierte Liste echter Kundenfragen aus Vertrieb, Support und Suchdaten. Daraus entstehen später Ihre Context Hints.
- Ein professionelles GEO-Setup, also organische Sichtbarkeit in KI-Antworten. Wer schon in ChatGPT auftaucht, hat die besseren Voraussetzungen für bezahlte Tests. Hinzu kommt, aus Sicht der Markenführung gedacht: Eine KI kann nur das überzeugend zusammenfassen, was über eine Marke konsistent und überprüfbar verfügbar ist. Eine unscharfe Positionierung wird in KI-Antworten teurer als in klassischen Kanälen.
ChatGPT Ads und Datenschutz – was muss ich da wissen?
Werbetreibende bekommen laut OpenAI nur aggregierte Leistungsdaten wie Aufrufe und Klicks – Zugriff auf Chats, Chatverlauf, Erinnerungen oder persönliche Daten sind ausgeschlossen.
Offen ist etwas anderes, und das wiegt seit dieser Woche schwerer. Die europäische Datenschutzrichtlinie von OpenAI in ihrer aktuell gültigen Fassung vom 4. Juni 2026 erwähnt Werbung an keiner Stelle. Es gibt zwar eine Preview auf eine neue mit Werbehinweis – dies ist aber eben noch eine Preview.
Wenn am 24. August in 31 europäischen Märkten Anzeigen ausgespielt werden, sollte die verbindliche Fassung stehen. Prüfen Sie das Datum der Richtlinie, bevor Sie eine Kampagne freigeben.
Die US-Fassung (Stand: April 2026) beschreibt bereits Datenweitergaben an Marketingpartner. Hier muss OpenAI also noch nachlegen, denn ohne Klarheit beim Datenschutz kein DSGVO-konformes Advertising.
Dazu kommt eine strukturelle Frage, an der sich europäische Aufsichtsbehörden seit zwei Jahren abarbeiten. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) hat in einer Stellungnahme 2024 festgestellt, dass große Plattformen die Anforderung an freiwillige Einwilligung in den meisten Fällen nicht erfüllen, wenn sie Nutzer nur vor die Wahl zwischen verhaltensbasierter Werbung und Bezahlung stellen. Der EDSA fordert eine echte kostenlose Alternative ohne verhaltensbasierte Werbung.
OpenAI hat mit der Ads-Free-Variante solch einen dritten Weg eingebaut. Ob eine Alternative mit reduziertem Nachrichtenkontingent und abgeschalteten Funktionen als gleichwertig gilt oder als Druckmittel, darüber streiten Juristen derzeit. Wer tiefer einsteigen will: Interessant ist hier der Blick in die Medienbranche und die Beschwerde in Norwegen gegen das Pay-or-Okay-Modell von Schibsted.
Für Ihre Planung hinsichtlich ChatGPT Ads in Deutschland heißt das: Rechnen Sie damit, dass sich die Regeln in Europa noch einmal ändern, bevor der Kanal hier ausgereift ist.
Und weil beides gern vermischt wird: Der AI Act regelt diese Anzeigen nicht, verpflichtet Sie seit dem 2. August 2026 aber dazu, KI-generierte Inhalte und eigene Chatbots zu kennzeichnen — mehr dazu in unserem AI-Act-FAQ.
Was ändert sich für meine Mitarbeitenden?
Mehr, als es zunächst scheint. Denn die Werbung macht etwas sichtbar, das vorher unsichtbar war:
Anzeigen erscheinen nur in Free und Go. Wer Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu nutzt, bleibt werbefrei. Sehen Ihre Mitarbeitenden ab dem 24. August also Werbung in ChatGPT, arbeiten sie mit privaten Einstiegskonten. Das war dann vorher schon so, nur hat es niemand bemerkt. Damit ist das kein Werbethema, sondern eines für Lizenzen und AI Governance.
Genauso wenig geholfen ist Ihnen, wenn jemand aus Ärger über die Werbung in die Ads-Free-Variante wechselt. Er verliert Nachrichtenkontingent, Bilderstellung und Deep Research. Eine stille Entscheidung, die Produktivität kostet.
Die Empfehlung: Erheben Sie in den nächsten zwei Wochen, wer im Unternehmen auf welchem Tarif arbeitet. Das Ergebnis überrascht meistens. Daraus ergibt sich, ob Sie ein Lizenzbudget brauchen, Schulungen für Ihr Team, eine KI-Richtlinie oder alles drei.
Stand: 01. September 2026. OpenAI ändert das Werbeprodukt derzeit im Wochentakt. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald sich der Status für Deutschland ändert.